Schröpfen - Physiotherapie und Wellness Silvia Bitterlich

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Schröpfen

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Schröpfen

ist ein traditionelles Therapieverfahren, bei dem auf einem begrenzten Hautareal ein Unterdruck aufgebracht wird. Es wird typischerweise in der Alternativmedizin eingesetzt und zählt dort zu den ausleitenden Verfahren.
Es ist in der ganzen alten Welt von alters her bekannt.

Beim Schröpfen wird in sogenannten Schröpfgläsern oder Schröpfköpfen ein Unterdruck erzeugt. Diese Schröpfgläser werden direkt auf die Haut gesetzt. Der Unterdruck wird üblicherweise dadurch erreicht, dass die Luft im Schröpfkopf erhitzt und dieser sofort auf die Haut des Patienten gesetzt wird. Das Erhitzen erfolgt durch einen in Alkohol getauchten Wattebausch, ein Stück Baumwollstoff oder eine Flocke Watte, die jeweils angezündet werden.

Alternativ kann der Unterdruck durch eine Absaugvorrichtung im Schröpfglas erzeugt werden.

Die Lage der Schröpfstellen orientiert sich am Tastbefund, d. h. es wird im Bereich von Myogelosen (muskuläre Verhärtungen) geschröpft.

Je nach Lage der Schröpfstellen soll über den kutiviszeralen Reflex ein inneres Organ beeinflusst werden. Die Zuordnung der Organe zu den Hautstellen ist durch die Head-Zonen bekannt und lässt dadurch Rückschlüsse auf belastete innere Organe zu.

Lokal entsteht durch das Saugen beim Schröpfen ein Extravasat und in der Folge ein Hämatom.
Blutiges Schröpfen führt lokal zu einem Blutverlust und soll dadurch eine Entschlackung vor Ort bewirken.

Formen des Schröpfens


Blutiges Schröpfen

Beim blutigen Schröpfen bzw. nassen Schröpfen wird, bevor das Glas mit Unterdruck aufgesetzt wird, die Haut z. B. mit einer Blutlanzette angeritzt. Dann zieht der Unterdruck das Blut verstärkt durch die Verletzungen heraus. Es handelt sich hierbei um eine Form des Blutenlassens.

Trockenes Schröpfen


Demgegenüber steht das trockene Schröpfen bzw. unblutige Schröpfen, bei dem das Schröpfglas auf unversehrte Hautstellen gesetzt wird. Seit Anfang der 2000er Jahre wird Schröpfen ohne Glas zunehmend populär. Ermöglicht wurde dies durch Applikationen aus biokompatiblem Silikon. Diese Applikationen erzeugen entweder durch Zusammendrücken und Aufsetzen ein Vakuum über der Haut, oder nehmen eine Vakuumpumpe zu Hilfe. Wird eine Vakuumpumpe verwendet, können unterschiedlichste Applikationen zum Einsatz kommen, die nur noch entfernt an „Glocken“ erinnern – z. B. eine Matte mit mehreren Saugnäpfen oder der patentierte Vierkammersauger. Außerdem ist es auf elektro-mechanischem Wege möglich, die Saugkraft regelmäßig zu erhöhen und zu verringern. Auch anatomisch schwer zugängliche Stellen am Körper können mit den flexiblen Applikationen erreicht werden.

Schröpfkopfmassage


auch Saug-(wellen-)massage genannt
. Bei der Schröpfkopfmassage wird das Schröpfglas auf unversehrte Hautstellen gesetzt, die zuvor eingeölt wurden. Der Schröpfkopf wird dann über eine bestimmte Stelle verschoben, was eine stärkere durchblutungsfördernde Wirkung als eine klassische Massage hat.

 
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